Nicht einfach nur ein Batzen Stroh

Nicht einfach nur ein Batzen Stroh

Nach den langen Wintermonaten feiert der Sommer mit warmen Temperaturen und sonnigen Tagen sein ,,Comeback“. Jedoch ist unsere Haut nach der langen Winterzeit noch nicht ausreichend an die UV-Strahlung der Sohne gewöhnt und muss erst langsam wieder ihren Eigenschutz aufbauen. Uns sind die Diskussionen über die schädigende Wirkung der UV-Strahlung allzu gut bekannt … Ich habe erst neulich über dieses Thema in Kombination mit Sonnenschirmen geschrieben.

Im Sommer taucht immer wieder die Frage auf, wieso ausgerechnet die Kopfhaut so rasant und unbemerkt in der Sonne verbrennt. Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Die UV-Strahlung ist intensiver, wenn sie direkt auf die Kopfhaut strahlt. Ferner haben die wenigsten im Sinn, Sonnenschutz auch auf der Kopfhaut aufzutragen. Wer seinen Kopf sicher geschützt wissen möchte, ohne fettiges Haar durch Sonnencreme zu bekommen, und gleichzeitig modisch aussehen möchte, der sollte vielleicht mal darüber nachdenken, sich einen angesagten Sonnenhut zuzulegen. Ideal geeignet ist hierfür ein Hut oder eine Kappe aus luftig leichtem Stroh.

Der Strohhut ist vermutlich eine der ältesten gebräuchlichen Kopfbedeckungen in Afrika, Asien und Europa, dessen Form sich im Laufe der Zeit kaum verändert hat. Im 10. Jahrhundert prädestinierte er sich als traditionelle Kopfbedeckung des Stammes der Sachsen.

Auch heute noch sind Strohhüte ein treuer Begleiter durch den Sommer und ein beliebtes, schattenspendendes Sommeraccessoire. Strohhüte sind nicht nur in Mode, sondern zusätzlich auch noch sehr umweltfreundlich, da sie aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt werden.

Stroh besteht aus getrockneten und gedroschenen Halmen oder Blättern von Faser – und Ölpflanzen oder Getreide. Strohhüte können geflochten, gewebt oder zusammengeknüpft werden.

In der Regel werden Strohhüte geflochten. Dabei werden die Strohhalme in einem beliebigen Winkel ineinander gewunden, sodass ein körperhafter, plastischer Gegenstand entstehen kann. Deswegen sind geflochtene Strohhüte nahtfrei und wirken homogen. Auch extravagante Hut-Konstruktionen, bei denen man eher an Kopfschmuck denkt als an einen herkömmlichen Hut, können aus Stroh unproblematisch geflochten werden. Beim Weben hingegen, die wahrscheinlich älteste Art der Textilherstellung, muss das flache Strohgewebe in Form gepresst oder zerschnitten und hiernach zusammengenäht werden, um ein Hut-Gebilde zu erhalten. Da beim Weben und Flechten jeder Strohstengel für sich in den Hut eingearbeitet werden muss, können Dank verschiedenfarbigen Halmen frappante Muster auf dem Strohhut entstehen. Jeder Strohhut ist folglich ein wahres Unikat! Stroh lässt sich besonders gut einfärben, sodass sich zahllose Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Darf es vielleicht ein blauer Strohhut werden passend zum himmelblauen Sommerkleidchen oder zum angesagten Marine-Look? Oder vielleicht ein schwarzer Strohhut, der fantastisch in Kombination mit Anzug und Krawatte hofiert? So können sowohl Mann als auch Frau in den Sommermonaten modisch in Szene gesetzt werden und sich gleichzeitig vor den schädigenden UV-Strahlung der Sonne abschirmen!

Ein Strohhut kann auch aus mehrere Meter langen Zöpfen aus Stroh (die sogenannten Moulettes) zusammengesetzt werden. Auch eine spezielle Variante aus zusammengenähten Strohhalmen ist gängig. Dank dieser Technik ist es möglich, auch brüchigere Getreidestroh-Sorten zu verwenden. Anschließend werden die Strohbestandteile in eine beliebige Hutform gebracht. Mit einer besonders weiten Hutkrempe können Strohhüte die Sonne sehr gut abschirmen und sorgen dafür, dass das Gesicht und der Nacken optimal vor der UV-Strahlung der Sonne geschützt werden. Der Strohhut hält den Kopf nicht nur sensationell kühl und geschützt, sondern er lässt sich ausgezeichnet den ganzen Tag über tragen, da das Material angenehm leicht ist.

Achtung! Wer bereits einen schicken und trendigen Strohhut als Begleiter für den Sommer ausgewählt hat, der sollte darauf achten, dass er den Hut nicht im Regen ausführt, damit er auch noch den nächsten Sommer erleben darf. 😉 Stroh ist in der Regel eher pflegeleicht und mag feuchtes Klima, aber eben kein ,,nasses“. Strohhüte verlieren bei langanhaltenden Regen ihre Form und auch, wenn man sie trocknen lässt, sehen sie nach dem Spaziergang im Regen nicht wieder so aus wie zu Anfang!

Wenn es also nicht gerade wie aus Eimern gießt, ist der Strohhut ein treuer Begleiter in jedem Frühling und Sommer für Damen, Herren, Omas, Opas und Kindern und darf in keiner Garderobe fehlen!

Alexia

Fashionblogger/Model: Alexia Hampel

Instagram: @alexia.hampel

Fotos: Max Fritzsching (MF Studios)

Instagram: @diesermest

Kleid: Joseph Ribkoff

 

Instagram: @josephribkoff