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Hohenstein Laboratories GmbH & Co. KG • Sind Lewis-Säuren die antimikrobielle Lösung auch für Textilien?

Sind Lewis-Säuren die antimikrobielle Lösung auch für Textilien?
In einem neuen Projekt erforscht die Hohenstein Group antimikrobielle Effekte von
Lewis-Säuren für den Einsatz auf Textilien. Von den Ergebnissen erhofft man sich
einen weiteren Erfolg auch gegen multiresistente Krankenhauskeime.
21.09.2017 | 758-DE
Es gibt viele Bereiche des Alltags- und des Berufslebens, in denen antimikrobieller
Schutz wichtig und notwendig ist. Um diesen auch auf Textilien zu erzielen, werden
heutzutage Silber- oder Ammoniumverbindungen verwendet. Allerdings sind
diese Verbindungen ökologisch und toxikologisch bedenklich sowie meist auch
kostenintensiv.
Lewis-Säuren hingegen, deren nachgewiesene antimikrobielle Wirkung aufgrund
ihres Säure-Oberflächen-Effekts beispielsweise bei der Bodenreinigung von
Krankenhäusern zum Einsatz kommt, fanden bisher keine Anwendung im Textil-
Bereich. Dabei besitzen Lewis-Säuren (beispielsweise chem. Oxidverbindungen wie
z. B. Zinkoxid) die besondere Eigenschaft, dass sich durch Feuchtigkeit der pH-Wert
leicht erniedrigt und folglich saurer wird. Die resultierende antimikrobielle Wirkung ist
dann vergleichbar mit dem natürlichen Säureschutzmantel der Haut.
Die Vorteile von Lewis-Säuren gegenüber auf dem Markt angebotenen antimikrobiellen
Substanzen sind das breite Wirkungsspektrum gegen Pilze, Bakterien und auch Viren
sowie ihre Effizienz und Robustheit bei Exposition gegenüber Schweiß und Proteinen.
Darüber hinaus haben bisherige Kalkulationen ergeben, dass Lewis-Säuren eine
äußerst kostengünstige Alternative zu den am Markt etablierten Systemen darstellen.
Zurzeit geht man davon aus, dass die Nutzbarmachung von Lewis-Säuren für die
antimikrobielle Textilausrüstung eine Kostenreduktion von rund 90 % ausmacht.
Im aktuellen Projekt der Hohenstein Institute soll jetzt in enger Zusammenarbeit
mit Gewebe-/Gestricke- und Textilhilfsmittelherstellern als auch mit Textilveredlern
erforscht werden, welche schwer wasserlöslichen Oxide sich am besten auf welchen
Textilien applizieren lassen und ob anhand von Kombinationen synergistische Effekte
zu beobachten sind. Hierzu werden aus der Oberflächen-funktionalisierung bekannte
Systeme, bestehend aus Bindermatrix und Lewis-Säure, auf Textilien übertragen und
optimiert.
Das Projekt umfasst die Erarbeitung einer innovativen Ausrüstungsrezeptur auf
Basis entsprechender Lewis-Säuren mit verschiedenen Bindermatrices. Die
Ausrüstung verschiedener Textilien erweitert zudem den relevanten Bereich für einen
möglichen Ergebnistransfer in die Wirtschaft nach Abschluss des Projekts. Eine

Korrelation zwischen der applizierten und letztlich freigesetzten Lewis-Säuremenge
soll als Grundlage für eine Kosten/Nutzen Analyse dienen. Außerdem soll durch
Untersuchungen zur Biokompatibilität sichergestellt werden, dass schädigende Effekte
auf die Haut durch die ausgerüsteten Textilien ausgeschlossen werden können.
Aufbauend auf den Projektergebnissen sollen der Textilindustrie optimierte
Ausrüstungsrezepturen und Prozessparameter für eine antimikrobielle Textilausrüstung
auf Basis von schwer wasserlöslichen Lewis-Säuren zur Verfügung gestellt werden.
Die erwarteten Forschungsergebnisse entsprechen den Praxisanforderungen der
Textilindustrie und können dadurch direkt in aktuelle Produktentwicklungen übertragen
werden.

Herausgeber:
Hohenstein Laboratories GmbH & Co. KG
Hohenstein Textile Testing Institute GmbH & Co. KG
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