Daddy´s Daughters – Pure Cashmere

Daddy´s Daughters – Pure Cashmere

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Daddy´s Daughters – Pure Cashmere
Inhaberin Meike Schilcher über ihre Marke, Margen in der Mode und
warum sie ihre Modelle nur im stationären Handel verkauft

1) Wie kam es, dass Sie Ihr eigenes Cashmerelabel gründeten?
Meike Schilcher: „Für mich ist es einfach das schönste Material auf der Welt, allein dieser superfeine
Griff der verstrickten Ware und schon weit vorher in der Wertschöpfung der Flausch der Ausgekämmten Ziegenhaare, da gibt es nichts vergleichbar Feines. Nicht umsonst gilt Cashmere als die ‚Königs-Faser‘, aus der schon 1000 v.Chr. die hochwertigsten Textilien der damaligen Zeit gefertigt wurden.

Cashmere ist wie eine Umarmung, es ist klima-regulierend beim Tragen, geruchsneutral, ist für Woll-
Allergiker geeignet und man hat lange Freude an seinen Cashmere Schätzen, sofern es sich um gute
Qualität handelt … und aus all diesen Beweggründen heraus habe ich Daddy´s Daughters gegründet.“

2) Wie sind Sie auf den Markennamen Daddys Daughters gekommen?
Meike Schilcher: „Der Name verkörpert für mich im übertragenen und stoffgewordenen Sinne das
besondere Band, das Väter und Töchter eint: steht die Beziehung Väter Töchter doch oft für ein tief
verwurzeltes Gefühl von Geborgenheit, von Vertrauen und Vertrautheit, von Wurzeln und Bindung
und des sich unbedingten Wohlfühlens. Genau das möchte ich mit meinem Label ausdrücken. Ich
wünsche mir, dass sich Frauen jeden Alters in meinen Modellen wohl fühlen, dass sie sich für sie völlig selbstverständlich anfühlen, wie eine Umarmung … und darum beschreibt Daddy´s Daughters für mich am allerbesten die Idee hinter dieser familiär entstandenen Idee und familiär gewachsenen Marke.“

3) Auf welche Aspekte des Designs, der Produktion und des Vertriebs haben Sie Ihren Fokus gesetzt?
Meike Schilcher: „Unsere Wolle stammt ausschließlich aus der Inneren Mongolei. Bei den Designs
setze ich vor allem auf einen zeitlosen Stil, der aber im Bereich Form, Schnittführung und Ausführung
der Modelle modern und zu vielen Gelegenheiten tragbar ist. Mir ist wichtig, dass der berühmte Funke
bei unseren Cashmere-Modellen sofort überspringt, und das bei einer Top Qualität in Sachen Garn und
Verarbeitung und einer gehörigen Portion Liebe zum Detail. Der Vertrieb des Labels geht über
namhafte und sehr persönlich geführte Agenturen in Österreich, Deutschland, der Schweiz und
Südtirol. Für mich ist es mitauschlaggebend, dass die Menschen, die meine Produkte vertreiben sich
selbst damit identifizieren und eine überzeugte Leidenschaft für Cashmere im Generellen mitbringen.“

4) Warum ist Cashmere so besonders?
Meike Schilcher: „Man kann das nicht verallgemeinern weil wir heute ja auch diverse Fasermischformen finden, aber die Qualität, mit der wir arbeiten, ist unter anderem so besonders wertvoll, weil ‚unsere‘ Ziegen nur ein Mal jährlich, im Frühjahr – zum Zeitpunkt des natürlichen Haarwechsels – von Hand im Brustbereich gekämmt werden. Dort sind die feinsten und auch längsten Haare, die für die Qualität von Cashmere ausschlaggebend sind. Und die Jahreszeit ist so wichtig, weil das Unterhaar über die Monate bis zum nächsten (sehr kalten) Winter natürlich nachwachsen kann.“
5) Das Thema Nachhaltigkeit wird auch in der Mode immer bedeutsamer. Wie wichtig sind Ihnen
faire Produktionsbedingungen und der Einsatz von natürlichen Materialien?

Meike Schilcher: „Für mich gehören Ästhetik und Ethik unabdingbar zusammen. So verwenden wir
ausschließlich reine Cashmere Wolle aus der Inneren Mongolei, denn dort liegt der Ursprung des
Cashmeres und wir haben die komplette Wertschöpfungskette von der Ziege, über das Spinnen und
Färben der Garne, sowie die gesamte Produktionskette in einer Umgebung. Wir beziehen die besterhältliche Qualität unseres Cashmeres durch sehr geschulte Mitarbeiter bei langjährigen Partnern vor Ort, arbeiten nur mit Naturstoffen auch im Färbeprozess. Produzieren lasse ich in einer mir seit sehr vielen Jahren bekannten und zertifizierten Manufaktur in der Mongolei, die in regelmäßigen Abständen von unabhängigen Commissionern gescreent und zertifiziert wird und die ich natürlich auch persönlich regelmäßig vor Ort aufsuche.“

6) Würden Sie heute, vier Jahre nach der Gründung von Daddy`s Daughters, etwas anders machen
beim Aufbau einer Marke?
Meike Schilcher: „Nein, nicht so wirklich. Mir war es von Anfang an wichtig, meinen eigenen Weg zu
gehen, nicht so sehr auf das zu schauen, was andere machen. Eigentlich ein bisschen so wie ein
Maulwurf. Ich habe stets versucht, authentisch zu sein, mit meinen Produkten zu wachsen und sie
weiter zu optimieren. Dadurch sind wir die letzten vier Jahren stetig gewachsen. Begonnen hat alles
mit vier Modellen, inzwischen haben wir ein Vielfaches davon auf der Kollektionsstange hängen. Alles
hat sich von Saison zu Saison und step by step entwickelt. Dabei geschieht jeder Schritt überlegt, ohne Gier auf Erfolg und immer mit Blick auf ein schönes, hochwertiges Produkt, das unsere Kunden
zufriedenstellt. Das ist der wichtigste Lohn für mich, um meinen Motor weiter anzutreiben.“

7) Was waren / sind die größten Herausforderungen beim Aufbau Ihrer Marke?
Meike Schilcher: „Die größten Herausforderungen sind sicher die, dass man auf einmal allein dasteht
ohne Netz und doppelten Boden, und dass die Chancen immer 50/50 sind. Als ich mich auf das Projekt
– mit mir selbst – eingelassen habe, stand für mich, als absoluten Optimisten, fest, dass ich einen
guten Weg finden werde – weil ich an mich glaube und meinen Qualitäts-Anspruch kenne. Man darf
sich nicht beirren lassen, der Weg dauert eben ein paar Jahre. Durchhalten und viel arbeiten sind die
Devise, fleißig seinen Traum verfolgen. Das Ziel ist eigentlich nie erreicht, weil man immer wieder neue Ideen hat, die man umsetzen möchte und manchmal liegen auch Stolpersteine auf dem Weg. Aber dann muss man eben noch besser organisieren, und im Bildlichen gesprochen, noch ‚höher springen‘.“

8) Sie betreiben keinen eigenen Onlineshop. Was sind Ihre Gründe für diese Entscheidung?
Meike Schilcher: „Der eine Grund hierfür ist rein emotional. In meinen Augen gehört Cashmere gefühlt
und gelebt und nicht per Mausklick bestellt. Natürlich kann ich nicht in Abrede stellen, dass ich selbst
mal online shoppe, aber das beschränkt sich eher auf Artikel, die ich nicht anfassen muss, um sie
‚haben zu wollen‘. Bücher, Deko Gegenstände, solche Dinge. Der zweite, nicht unwesentlichere Grund,
ist die aus meiner Sicht notwendige Stärkung des schönen, so engagierten Einzelhandels, der unsere
Produkte vertreibt. Dort wird mit Herzblut für die neue Saison ausgesucht, die Händler freuen sich auf
die neue Ware, und so sollen interessierte Kunden unsere Produkte bei den Händlern auch weitervermittelt bekommen: mit Sorgfalt, mit Emotionalität und während eines netten Gespräches in ihrer Lieblingsboutique. So stelle ich mir, gerade in sehr medialen Zeiten einen optimalen Einzelhandel vor.“

9) Der stationäre Einzelhandel klagt seit Jahren über geringere Verkaufszahlen und Margen. Was tun
Sie, um attraktiv für die Händler zu sein?
Meike Schilcher: „Unsere Kunden bestätigen uns glücklicherweise, dass die Warengruppe Strick
ganzjährig funktioniert. Gut ausgewählt in Modellen und Farben ist unsere Kollektion beinahe gänzlich ohne Abschriften und Reduzierungen im Handel verkäuflich. Darüber sind wir natürlich sehr froh. Wir bieten unseren Kunden ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Da wir direkt aus der Mongolei importieren, ist uns das möglich. Natürlich können wir nicht die Margen bieten, die vielleicht manch große Marken anbieten, aber durch die sehr guten Abverkaufsquoten haben unsere Händler jede Saison Freude mit dem Produkt und unserer Performance auf ihrer Fläche. Das hat sicher auch damit zu tun, dass wir unserem Slogan PURE CASHMERE kompromisslos treu sind. What you buy is what you get – wir sind immer 100% Cashmere, das wissen unsere Händler und inzwischen auch deren Kunden, dafür steht Daddy´s Daughters.“

10) Welches sind ihrer Meinung nach die wichtigsten Verkaufsargumente für Cashmere?
Meike Schilcher: „Strick geht das ganze Jahr. Das ist eine Aussage, die mir immer gegenwärtig ist, und
die mich handelsmäßig schon weit vor meiner Selbständigkeit begleitet hat. Das für mich aber beste
Argument für Cashmere ist, dass man die feinste Wolle und eines der schönsten Materialien der Welt
trägt, wenn man sich dafür entscheidet. Cashmere ist anti-allergen, die meisten Woll-Allergiker
vertragen es, Cashmere ist atmungsaktiv und klimaregulierend, das liegt an der Beschaffenheit der
(Ziegenhaar)-Fasern aus denen unsere Garne gemacht werden, denn auch die mongolische Ziege kann
mit dem allergleichen Haarkleid heiße Sommer und eiskalte Winter durchleben.“

11) Nach dem Motto „Shop the Show“ zeigen sogar Designermarken wie beispielsweise Burberry
dem saisonalen Kollektions-Rhythmus die kalte Schulter. Was halten Sie von dieser Entwicklung?
Meike Schilcher: „Da bin ich ganz ehrlich. Ich finde diesen ‚shop the show‘-Gedanken zwar höchst
interessant, aber es ist ein riesen Schritt ins Risiko, denn was soll man machen, wenn man auf das
falsche Pferd setzt und die orange-pinken Blazer sich dann nach der ‚show‘ nicht sofort verkaufen
lassen? Wir sind da eher auf dem klassischen Weg unterwegs, die Kunden bestellen auf klassische
Vororder, wir halten Rennermodelle der jeweiligen Kollektionen für unsere Orderkunden am Lager
plus einige Durchläufer-Modelle jede Saison, dann wird zu einem ‚normalen‘ Termin geliefert. Unser FS Liefertermin dauert bis Mitte/Ende Januar, da sind wir absolut realistisch unterwegs. Daran werde ich wohl auch in den nächsten Saisonen nichts ändern. Aber das müssen wir auch nicht, wir haben ja keine ‚show‘, auf der man anschließend shoppen kann J….“

12) Welches sind die nächsten Ziele, die Sie sich für Daddy´s Daughters gesteckt haben?
Meike Schilcher: „Natürlich wäre es geflunkert, wenn ich sagen würde ‚alles soll so bleiben, wie es ist‘,
denn wie schon gesagt, es gibt immer wieder neue Ziele, neue Ideen, Verbesserungen von Prozessen
und Abläufen, ganz viele Dinge auch im Hintergrund. Ein großes Ziel ist sicherlich die Steigerung des
Bekanntheitsgrades auf dem deutschen Markt. Hierzu habe ich mich vor zwei Saisonen für die
zusätzliche Zusammenarbeit mit einer tollen Agentur in Düsseldorf entschieden, so dass nun der
deutsche Markt von Düsseldorf und München aus bedient werden kann. Hier sehe ich extrem viel
Potential, weil wir ‚neu‘ sind, ein bisschen ‚anders‘, und mit einem hochwertigen Produkt zu fairen
Preisen ein verlässlicher Partner sind. Auch der Name Daddy´s Daughters zieht an, aber immer nur in
Verbindung mit dem Gesamtpaket, das wir bieten.“

13) Was können Sie jungen Designern raten, die ihr eigenes Modelabel gründen möchten?
Meike Schilcher: „MUT MUT MUT muss man haben. Keine Angst vor sehr viel Arbeit, 9 to 5 ist ab dem
Tag Geschichte, an dem man diesen Schritt setzt. Durchhaltevermögen ist wichtig, aber der größte
Motor ist die Liebe zu seinem ‚Baby‘. Gut sein kann man nur, wenn man etwas mit Hingabe und Liebe
tut, und dann spielen auch die vielen Wochen-, Wochenendstunden und Nachtschichten keine Rolle.
Zudem würde ich dazu raten, langsam und übersichtlich zu wachsen, nie zu große Schritte zu machen,
sondern immer nur so groß, dass alle Aufgaben schaffbar sind und man den Spaß an der Arbeit nicht
verliert.“

Kurzvita Meike Schilcher
++ Meike Schilcher, geb. Becker aus Bielefeld.
++ Ihr Vater war in einer großen Weberei tätig, so dass sie von klein auf mit Mode, Geweben und
Fasern in Berührung kam, ein Verständnis dafür erlernt und ihre Passion schon früh entdeckt hat.
++ Ausbildung zur Industrie Kauffrau in eben dieser Seiden-Weberei in Bielefeld, anschließend
Stationen im Vertrieb und Exportverkauf bei Bielefelder Mode-Unternehmen. Dazu laufend
berufsbegleitende Weiterbildungen wie Textilberufsschule, Europäischer Betriebswirt IHK und
Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiengangs in Nordschottland auf den äußeren Hebriden
bei Harris Tweed (bekannteste weltweit).

++ Wechsel zu Alba Moda (Otto Group) in den Mode Einkauf, verantwortlich für sportive Modeseiten
und Strick im Eigenmarken-Bereich.
++ Parallel dazu berufsbegleitendes Studium für Produktmanager und Modedesign an der AMD
in Hamburg.
++ Ortswechsel nach Österreich.
++ Zentraleinkäuferin Marken und Eigenmarken Mode, Golf, Fitness bei Intersport Eybl. Aufbau
der Eigenmarken Sortimente für Österreichs größten Sport Fachhändler seinerzeit.
++ Aus privaten Gründen Ende 2011 Umzug nach Salzburg und Schritt in die Selbstständigkeit.
++ Seit 2012 Leitung Vertrieb Luis Trenker Österreich.
++ 2012 zeitgleich Gründung ihres Cashmere-Labels Daddy´s Daughters.
++ www.daddysdaughters.com

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