BTE • Modeeinkauf muss professioneller werden!

BTE • Modeeinkauf muss professioneller werden!

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1.) Modeeinkauf muss professioneller werden!
BTE-Präsidium tagte bei der TextilWirtschaft

Anfang März tagte das BTE-Präsidium auf Einladung der TextilWirtschaft in Frankfurt. Ein Schwerpunkt war das Orderverhalten des mittelständischen Modefachhandels. Hierzu bestand unter den Präsidiumsmitgliedern Einigkeit, dass viele Einkäufer des Handels meist deutlich schlechter vorbereitet sind als die Verkäufer der Lieferanten. Fehlende betriebswirtschaftliche Kennzahlen und/oder eine unzulängliche Limitplanung führen dann dazu, dass die – auch psychologisch – gut geschulten Vertriebler dem Einkäufer zu viel Ware verkaufen.

Speziell in größeren Handelshäusern erhalten die Einkäufer zum Teil auch unzulängliche Vorgaben von ihrer Geschäftsleitung bezüglich der gewünschten (Sortiments)Ausrichtung. Als Folge werden zu viele vermeintlich „sichere Bänke“ bevorzugt, interessante neue Marken werden aus Angst vor dem Risiko zu schwach gewichtet. Dabei haben die letzten Saisons gezeigt, dass einige Newcomer zum Teil „aus dem Stand“ gute Verkaufserfolge erzielen konnten.

Kritisiert wurde überdies der zunehmende Druck der Lieferanten, die Order immer früher abzugeben, zum Teil bereits früh in der Orderphase. Der Angebotsvergleich wird dadurch massiv erschwert und führt ebenfalls dazu, dass aus Angst vor Sortimentslücken zu viel und abschriftenträchtige Ware geordert wird. Hier muss der Handel zum Teil mehr Mut zeigen und Fristen verstreichen lassen. Zitat: „Mit einem ‚Nein‘ kann man hier viel Geld sparen.“

Zum professionellen Einkauf gehört dann auch die Überprüfung der Orderbestätigung und später des korrekten Wareneingangs. Schließlich zeigen die Erfahrungen, dass gerade bei Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs (EDI) mehr oder abweichende Ware vom Lieferanten in der Orderresponse bestätigt wird als vom Handel geordert wurde. Und später bei der Anlieferung stellt sich dann immer wieder heraus, dass je nach Lieferant bis zu 30 Prozent der Ware falsch sind. Hier appelliert das BTE-Präsidium noch einmal eindringlich an die Lieferanten des Modehandels, die georderten Mengen nicht einseitig zu verändern!

Im Anschluss an die Sitzung tauschte sich das BTE-Präsidium ausführlich mit der Redaktion der TextilWirtschaft über aktuelle Themen der Branche aus. Diskutiert wurden u.a. Standortfragen, Chancen des mittelständischen Modefachhandels sowie die künftige Entwicklung von stationärem und Online-Geschäft.

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2.) Workshop „Lieferantenverhandlungen“ am 7. April 2016 in Köln

Um dem Modefachhandel bei der Optimierung von Lieferantenverhandlungen betriebswirtschaftlich und methodisch sinnvolle Hilfestellungen und Empfehlungen zu geben, veranstaltet der BTE am 7. April in Köln den Workshop „Erfolgreich mit Lieferanten verhandeln“. Dabei werden im ersten Teil die Grundlagen eines strukturierten, 3-stufigen Verhandlungsprozesses (kaufmännische Vorbereitung, taktische Vorbereitung, Verhandlungsführung und Controlling) sowie Verhandlungstaktiken aufgezeigt und mit praktischen Beispielen hinterlegt. Im zweiten Teil werden anhand von zwei Fallbeispielen Markenverhandlungen durchgeführt. Im Anschluss werden die Verhandlungen gemeinsam bewertet und Optimierungsvorschläge erarbeitet.

Der Workshop richtet sich primär an Unternehmer und Einkäufer aus der gesamten Modebranche. Referentin ist Beate Hölters, Partnerin der Beratungsgesellschaft TAILORIT, die aufgrund einer Vielzahl von durchgeführten Markenverhandlungen über eine umfangreiche Praxiserfahrung verfügt.

Hinweis: Anmeldeschluss ist der 1. April 2016. Die Teilnehmergebühr beträgt für Mitglieder im Einzelhandelsverband 299 EUR, sonst 399 EUR, jeweils zzgl. MwSt. Weitere Informationen und Anmeldung beim BTE, Alexandra Müller, Tel. 0221/921509-41, Fax -10, E-Mail: mueller@bte.de oder im Internet unter www.bte.de (Rubrik: Veranstaltungen).

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