BTE • Demografische Veränderungen berücksichtigen! • Industrie: Inventory Report (INVRPT) nutzen!

BTE • Demografische Veränderungen berücksichtigen! • Industrie: Inventory Report (INVRPT) nutzen!

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  • Demografische Veränderungen berücksichtigen!

Auswirkung auf Mitarbeitersuche und -qualifikation

Die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung verändert sich dramatisch. Lebten Ende 2015 laut Statistischem Bundesamt in Deutschland sieben Millionen Menschen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, so lag die Zahl der 10- bis 14-Jährigen mit 3,7 Mio. nur noch bei rund der Hälfte (ohne Berücksichtigung aktueller Zuwanderung).

Das bedeutet: In den nächsten fünf bis zehn Jahren verlassen wohl fast doppelt so viele Menschen den Arbeitsmarkt wie neu hinzukommen. Vergleicht man die gesamte Gruppe der 10- bis 19-Jährigen mit der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen, so beträgt der Unterschied sogar mehr als fünf Millionen potentielle Arbeitnehmer!

Fazit: Für den Modefachhandel bedeutet dies, dass er die Weichen in puncto Mitarbeiter bereits jetzt stellen muss. Schließlich wird es immer schwieriger, adäquaten Ersatz für ausscheidende Fachkräfte vor allem auf der Fläche zu bekommen. Vielmehr müssen sich die Unternehmen frühzeitig um geeignete Bewerber bemühen und vorhandene Kräfte rechtzeitig qualifizieren.

Hinweis: Worauf der Modehandel darüber hinaus noch achten muss, wenn er die gesellschaftlichen Veränderungen erfolgreich meistern will, erläutert die im Frühjahr 2014 erschienene BTE-Publikation „Demografie- und Strukturwandel: Konsequenzen, Herausforderungen und Potenziale für den Modehandel“. Auf 115 Seiten widmen sie sich dem Bedeutungsgewinn bislang häufig unterschätzter Kundengruppen sowie den Möglichkeiten, darauf zu reagieren und neue Potenziale zu erschließen. Der Schwerpunkt liegt auf der Kundengruppe der „Senioren“ inkl. eines zehnseitigen Exkurs „Erfolgsfaktoren im modischen Sortiment für 50+Frauen“ von der bekannten Berliner Fachjournalistin und ehemaligen DMI-Expertin Elke Giese. Die Publikation ist zu bestellen im BTE-Webshop unter www.shop.bte.de, wo auch das Inhaltsverzeichnis einsehbar ist, oder per E-Mail an itebestellungen@bte.de. Preis: 45 Euro zzgl. 7 % MwSt. und Versand. EHV-Mitglieder erhalten unter Angabe ihrer EHV-Mitgliedsnummer einen Rabatt in Höhe von 20 Prozent.

Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland am 31.12.2015

Alter                                        Zahl der Menschen                Anteil in Prozent

bis 9 Jahre                                             7.185.460                              8,7

10 bis 19 Jahre                                      7.885.630                              9,6

20 bis 29 Jahre                                      9.975.559                             12,2

30 bis 39 Jahre                                    10.119.604                             12,3

40 bis 49 Jahre                                    11.513.792                             14,0

50 bis 59 Jahre                                    12.993.405                             15,8

60 bis 69 Jahre                                      9.533.940                             11,6

Ab 70 Jahre                                         12.968.294                             15,8

Insgesamt                                            82.175.684                           100,0

Quelle: BTE-Taschenbuch 2017

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  • Industrie: Inventory Report (INVRPT) nutzen!

Dank elektronischem Datenaustausch (EDI) hat sich die Kommunikation zwischen Modehandel und –industrie deutlich verbessert. Trotzdem gibt es auf diesem Gebiet immer noch Optimierungsmöglichkeiten, die letztendlich zu Umsatz- und Ertragssteigerungen führen müssten.

Beispiel Lagerbestands-Bericht: Viele Modehändler schicken ihren Industriepartnern neben Sales-Reports (SLSRPT) mit Abverkaufs-Informationen auch wöchentliche „Inventory Reports“ (INVRPT) mit Bestandszahlen. In vielen Fällen sind diese Daten dann die Grundlage für eine automatische Bestückung mit Ware durch die Lieferanten, insbesondere im Bereich NOS.

Allerdings orientieren sich manche Lieferanten anscheinend bei der automatischen Bestückung lediglich an den Sales-Reports und passen lediglich einmal im Jahr – basierend auf der Inventur – die Bestände an. Diese Ungenauigkeit führt dazu, dass unterjährige Warenausbuchungen aufgrund von z.B. Beschädigung, Umlagerungen, Umtausch und ggf. Diebstahl keine oder zu niedrige Nachlieferungen auslösen. Die entsprechenden Artikel fehlen dann im Sortiment, unnötige Leerverkäufe sind die Folge.

Der BTE appelliert daher an die Industriepartner, auch die von den Händlern gelieferten Bestandsinformationen im Rahmen der automatischen Nachbestückung zu berücksichtigen. Wegen der damit zu erwartenden Umsatzsteigerungen muss das auch im eigenen Interesse der Lieferanten liegen!

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