BTE • 1.) Modehandel braucht Bilddaten! BTE appelliert an Lieferanten

BTE • 1.) Modehandel braucht Bilddaten! BTE appelliert an Lieferanten

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1.) Modehandel braucht Bilddaten!
BTE appelliert an Lieferanten

Immer mehr Modehändler benötigen dringend geeignete Artikelabbildungen und erwarten von ihren Lieferanten, dass sie ihnen diese in Form von digitalisierten Bilddateien per EDI übermitteln. Der Einzelhandel braucht die Abbildungen sowohl für interne Abläufe als auch für seinen – wie auch immer gelagerten, aber immer wichtiger werdenden – digitalen Auftritt gegenüber Kunden. Im Detail:

• Die bestehende Informationslücke kann der Handel derzeit nur mit hohem und nicht vertretbarem Zeitaufwand über eine Nacherfassung dieser Daten in der Warenwirtschaft schließen.
• Für die Schulung und Information der Mitarbeiter bei neuer Ware und der Planung der Warenpräsentation stellen Bilddaten eine große Hilfe dar.
• Zudem würden Nachbestellungen beschleunigt und Preisänderungsvorgänge vereinfacht, wenn der Handel auf Artikelbilder zugreifen könnte.
• Vor allem im Bereich der Werbung sind digitale Daten heute Standard. Gerade für die schnelle Kundenkommunikation über Facebook oder Newsletter ist es sinnvoll, die originalen Bilddaten des Lieferanten zu nutzen und die Ware nicht aufwändig selbst fotografieren zu müssen. Dies gilt gleichermaßen für Artikelabbildungen auf der Website eines Modehauses.
• Immer wichtiger werden auch für stationäre Händler Online-Verfügbarkeitsanzeigen, insbesondere für Filialbetriebe. Hierzu benötigt man aussagekräftiges Bildmaterial.
• Last but not least benötigt der Einzelhandel Bilddaten für seinen Online-Vertriebskanal, sofern er eine Multichannel-Strategie verfolgt.

Bisher werden Informationen häufig in der EDI-Nachricht PRICAT in Form von Bild-URLs oder jpg.Dateien mitgesendet. Dies reicht aber nach Ansicht des BTE nicht aus, weil das Handling für den Handel oft mit aufwändiger Nachbearbeitung verbunden ist. Ziel muss es sein, Bilddaten künftig in einem automatisierten Prozess und möglichst ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich sind, zu übertragen.

Der BTE hat deshalb gemeinsam mit dem Schuheinzelhandelsverband BDSE bei der Rationalisierungsorganisation GS1 Germany einen Prozess zur Standardisierung von Bilddaten und erweiterten Stammdaten (Content) für Fashion, Schuhe und Sport initiiert. In zwei Arbeitskreisen bestehend aus Experten von Handel, Industrie und einigen spezialisierten Dienstleistern werden zeitnah Lösungen erarbeitet.

Mit Blick auf die Bilddaten geht es dabei zunächst um kurzfristig umsetzbare Ergebnisse („Quick-Wins“) wie
• Verringerung der Variantenzahl
• Metadaten zur Effizienzsteigerung (u.a. Bildrechte/Freigabe)
• Dateibezeichnung (einheitliche Systematik, Muss-Bestandteile wie URLs etc.)
• Aufwandsoptimierung bei der Verteilung der Bilddaten/Portalfähigkeit
• Timing der Verteilung/Zurverfügungstellung

Erfahrungsgemäß benötigen Standardisierungs-Projekte mehr Zeit als zunächst avisiert. Der BTE versucht allerdings, das Verfahren zu beschleunigen und hat kürzlich noch einmal die Dringlichkeit dieses Themas aus Sicht der Praxis verdeutlicht.

Der BTE appelliert vor diesem Hintergrund auch noch einmal eindringlich an die Lieferanten des Modehandels, ihren Kunden schnellstmöglich geeignete Bilddaten zur Verfügung zu stellen. Entweder bereits bei der üblichen Übermittlung der Artikelstammdaten im PRICAT oder ggf. bei einem „Update“ des PRICAT in Verbindung mit dem elektronischen Lieferschein (DESADV). Da die Bilddateien beim Lieferanten in aller Regel ohnehin bereits vorhanden sind – z.B. weil sie für einen Hersteller-eigenen Online-Vertrieb benötigt werden – sollte dies kein Problem darstellen. Im Übrigen dürften Markenhersteller ein eigenes Interesse daran haben, dass der Einzelhandel in seiner digitalen Kommunikation mit Endverbrauchern möglichst Original-Fotos in professioneller Qualität verwendet.

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2.) Kundenfrequenz, Online- und Lieferanten-Konkurrenz belasten
Ergebnisse der aktuellen BTE-Umfrage

2015 war für den mittelständischen Modefachhandel ein durchwachsenes Jahr. Das bestätigt eine aktuelle repräsentative BTE-Umfrage aus dem Januar 2016, wonach 36 Prozent der teilnehmenden Unternehmen im letzten Jahr rückläufige Umsätze hinnehmen mussten. 19 Prozent erzielten ein Pari gegenüber 2014. Immerhin 44 Prozent konnten sich über ein Umsatzplus freuen, das bei 19 Prozent sogar mehr als drei Prozent betrug.

Ähnlich war die d Kosten. So haben sich die Preissenkungen im letzten Jahr bei 41 Prozent der Umfrageteilnehmer erhöht und nur bei 26 Prozent verringert. Das restliche Drittel meldete keine nennenswerte Veränderung. Kaum anders verlief die Entwicklung der Kosten, die sich bei 37 Prozent erhöhte, aber nur bei 28 Prozent verschlechterte. 35 Prozent sahen keine Veränderung.

Entwicklung bei den Erträgen. 43 Prozent meldeten ein verbessertes Betriebsergebnis, bei 24 Prozent war es gegenüber 2014 immerhin stabil. Die restlichen 33 Prozent mussten allerdings eine Verschlechterung verkraften.

Belastet wurden die Erträge vor allem durch vielfach höhere Abschriften un

Frequenz und Durchschnittsbon blieben im langjährigen Trend: Während sich die Kundenzahl lediglich bei 16 Prozent der Teilnehmer erhöhte, stieg der durchschnittliche Umsatz pro Kauf bei immerhin 59 Prozent. Umgekehrt fiel die Frequenz bei 63 Prozent, der Durchschnittsbon allerdings lediglich bei 11 Prozent.

Aktuell bereitet dem Modefachhandel die rückläufige Kundenfrequenz mit einem Nennungsanteil von 69 Prozent die größten Sorgen. Dahinter folgen der zunehmende Wettbewerb im bzw. mit dem Internet mit 64 Prozent und der zunehmende Wettbewerb durch die eigenen Lieferanten – online und stationär – mit 61 Prozent Nennungsanteil. Mit deutlichem Abstand als Problemfelder genannt wurden zudem die Bindung und Gewinnung guter Mitarbeiter (33 Prozent), Umsatzverluste bei bislang marktstarken Lieferanten (31 Prozent), die allgemeine Entwicklung der Umsätze (27 Prozent), die saisongerechte Warensteuerung (26 Prozent) sowie die Einkaufspreisentwicklung (20 Prozent) und die Entwicklung der Personalkosten (18 Prozent).

Imageproblemen aufgrund der in den letzten Jahren immer wieder kritisierten Produktionsbedingungen in einigen asiatischen Fabriken sieht sich der Modehandel dagegen derzeit kaum ausgesetzt. Denn die übergroße Mehrheit registrierte keine (43 Prozent) oder nur vereinzelte (48 Prozent) entsprechende Kundenfragen. Lediglich neun Prozent berichten über ein verstärktes und anhaltendes Kundeninteresse an diesem Thema. Gegenüber der letztjährigen Umfrage bedeutet dies nur ein Anstieg um einen Prozentpunkt.

Für 2016 sind die Erwartungen des Modehandels eher zuversichtlich: 43 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem Umsatzplus, weitere 43 Prozent mit einem Pari und lediglich 13 Prozent mit einem Rückgang.

Neun von zehn der befragten Textilfachhändler planen zudem für das laufende Jahr Investitionen in ihr Unternehmen. Ganz vorne auf der Rangliste stehen dabei mit 42 Prozent Nennungsanteil Ausgaben für Ladenbau und Visual Merchandising, vor der Qualifizierung der Verkaufsmitarbeiter (40 Prozent). Es folgen Investitionen in Neue (Werbe)Medien (34 Prozent), in die Haustechnik wie z.B. Beleuchtung (33 Prozent), in Qualität und Zeit beim Einkauf (30 Prozent), in einen Internet-Shop bzw. Multi-Channel-Konzepte (20 Prozent), in die EDV-Organisation (17 Prozent) sowie in die Einstellung neuer Mitarbeiter (14 Prozent).

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