BTE • Plastiktüten: Modehandel muss sich dem Thema stellen! Oftmals Umstellung auf...

BTE • Plastiktüten: Modehandel muss sich dem Thema stellen! Oftmals Umstellung auf Papiertüten

55

1.) Plastiktüten: Modehandel muss sich dem Thema stellen!
Oftmals Umstellung auf Papiertüten

Bekanntlich muss aufgrund einer EU-Richtlinie der Pro-Kopf-Verbrauch von Plastiktüten europaweit sinken. Zwar erfüllt Deutschland mit derzeit 71 Tüten pro Einwohner die erste Stufe der Vorgaben (max. 90 Tüten bis 2019), aus der Politik drohen trotzdem strengere gesetzliche Vorgaben. So planen einige EU-Länder sogar das komplette Verbot von Tragetüten aus Kunststoff.

Auch die Kunden sind aufgrund diverser Medien-Berichte zum Thema zunehmend sensibilisiert. Nicht wenige erwarten auch von mittelständischen Modehäusern ein ökologisch nachvollziehbares Handeln. Als Folge haben sich manche Gemeinden bereits zu „Plastiktaschen-freien Zonen“ erklärt – obwohl in Deutschland praktisch alle Plastiktüten (thermisch) wiederverwertet werden.

Vor diesem Hintergrund sollte sich jeder Modehändler mit dem Thema beschäftigen und eine passende Strategie für sich finden. Etliche Bekleidungsgeschäfte haben deshalb z.B. bereits auf Papiertüten umgestellt. So hat eine aktuelle repräsentative BTE-Umfrage im mittelständischen Modehandel ergeben, dass immerhin 42 Prozent der Teilnehmer Tüten aus anderen Materialien (z.B. Papier) verwenden oder dies planen. 18 Prozent haben ihre Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen. Die restlichen 40 Prozent wollen vorerst bei Plastiktüten bleiben.

Tatsache ist: Auch künftig wird der Modehandel Tragetüten ausgeben müssen. Denn im Gegensatz zu fast allen anderen Konsumgütern wie Lebensmittel, Elektrogeräte oder Kosmetik wird Bekleidung fast durchweg ohne Umverpackung verkauft und vermeidet damit auf dieser Stufe im Vergleich zu anderen Branchen bereits Millionen Tonnen von Verpackungsmüll. Als Ausgleich benötigen Hose oder Pullover nach dem Kauf aber einen Witterungsschutz, den bei anderen Gütern z.B. der Karton übernimmt. Nur wenn der Kunde eine geeignete eigene Tasche oder Tüte mit sich führt, kann darauf verzichtet werden.

Fazit: Angesichts des öffentlichen Interesses muss sich der Modehandel dem Thema stellen. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich ggf., Gründe für eine Umstellung gegenüber der bisherigen Praxis offen gegenüber den Kunden zu kommunizieren und auch die Mitarbeiter entsprechend zu informieren.

Hinweis: Zur Reduzierung des Verbrauchs von Tragetaschen aus Kunststoff empfiehlt der HDE Handelsverband Deutschland die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtung, künftig keine Plastiktüten mehr unentgeltlich an die Kunden auszugeben. Stichtag ist der 1. April 2016. Wer seit Anfang 2015 von Kunststoff- auf Papiertragetaschen umgestellt hat oder dies in Kürze vorhat, erfüllt damit also ebenfalls die Voraussetzungen zur Unterzeichnung.

Wichtig: Die Selbstverpflichtung ist für die Teilnehmer bis 50 Mio. Jahresumsatz und 250 Mitarbeiter kostenfrei, wenn weniger als 10 Mio. Tüten ausgegeben werden. Vorgeschrieben ist ein jährliches Monitoring von den teilnehmenden Unternehmen. Weitere Informationen zur Selbstverpflichtung im Internet unter www.einzelhandel.de bzw. beim HDE, Stephan Rabl, E-Mail rabl@hde.de.

* * *

2.) Verkaufsmitarbeitern „Fashion-Emotion 3.1“ am 2. Juni in Köln

Angesichts veränderter Rahmenbedingungen muss sich der Modehandel wettbewerbsfähig aufstellen. Individualisierung und Emotionalisierung sind in diesem Zusammenhang zentrale Erfolgsfaktoren gerade für mittelständische Modehäuser, die – auch mit Hilfe digitaler Elemente – kundengerecht umgesetzt werden müssen.

Wie dies in der Praxis geschieht, zeigt der BTE-Kongress „Fashion-Emotion 3.1“ – Individualisierung des Modehandels in einer digitalen Welt“ am 2. Juni in Köln. Die Vorträge reichen von notwendigen Veränderungen bei Sortimentsgestaltung und Kunden-Kommunikation über die Nutzung neuer Online-Tools bis zu aktuellen Entwicklungen im Multichannel-Modehandel. Praxisbeispiele kommen u.a. von den Modehäusern Böckmann und Ramelow.

BTE-Tipp: Termin unbedingt vormerken! Weitere Informationen werden rechtzeitig veröffentlicht.

* * *

3.) Fernlehrgänge für Bekleidung und Schuhe starten

Für die Aus- und Weiterbildung von Verkaufsmitarbeitern sind Fernlehrgänge besonders geeignet, da sie flexibel genutzt werden können und keine Fehlzeiten verursachen. Im April 2016 starten wieder zwei Fernlehrgänge für Bekleidung und Schuhe, die von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen sind:

• Der Lehrgang „Bekleidung verkaufen mit Herz und Verstand“ vermittelt in fünf monatlichen Lehrbriefen mit je rund 50 Seiten umfangreiche Kenntnisse über Damen- und Herrenoberbekleidung sowie über erfolgreiche Verkaufsgespräche. Kosten: 107,10 EUR für Auszubildende, sonst 130,90 EUR, jeweils inkl. MwSt. EHV-Mitglieder erhalten einen Nachlass in Höhe von zehn Prozent.
• Der Schuh-Lehrgang „Wissen erweitern – Beratung verbessern – Erfolg steigern“ besteht ebenfalls aus fünf leicht verständlichen Lehrbriefen mit je ca. 70 Seiten zu den Themen Bedarfsermittlung, Fußgesundheit, Schuhmaterialien und –pflege sowie Verkaufsgespräch. Kosten: 157,08 EUR für Auszubildende, sonst 196,35 EUR, jeweils inkl. MwSt.

Hinweis: Bestellung und weitere Informationen beim BTE, An Lyskirchen 14, 50676 Köln, Fax 0221/92 15 09 10, E-Mail: itebestellungen@bte.de oder im BTE-Webshop unter www.shop.bte.de (Rubrik: Fachliteratur/Schulungsmaterial).

Ähnliche Artikel

9

8