Textil- und Bekleidungsindustrie ist insgesamt zufrieden mit 2014

Textil- und Bekleidungsindustrie ist insgesamt zufrieden mit 2014

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Dr. Wilfried Holtgrave

Textil- und Bekleidungsindustrie ist insgesamt zufrieden mit 2014
EU-Sanktionen und geändertes Kaufverhalten wirken sich aus

Die Textil- und Bekleidungsindustrie in Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen blickt insgesamt zufrieden auf das Jahr 2014 zurück. Wie der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (Münster) mitteilte, verzeichneten seine rund 260 Mitgliedsunternehmen einen Umsatzzuwachs von 2,1 Prozent. „Nach dem enttäuschenden Jahr 2013 mit einem Rückgang von rund einem Prozent ist das ein gutes Ergebnis“, erklärte der Präsident des Verbandes Dr. Wilfried Holtgrave.

Sorge bereitet der stark exportorientierten Branche die Situation auf wichtigen Absatzmärkten. Bereits 2014 lag die Entwicklung der Auslandsumsätze unter dem Durchschnitt und für 2015 sind nach einer aktuellen Verbandsumfrage viele Unternehmen skeptisch. „Die EU-Sanktionen gegen Russland schlagen auf immer mehr Unternehmen durch und verursachen dort zum Teil zweistellige Umsatzeinbußen“, sagte Holtgrave. Außerdem bleibe die wirtschaftliche Entwicklung in wichtigen Absatzländern wie Italien, Spanien oder den Niederlanden unter dem europäischen Durchschnitt. Ein deutlicher Beleg für die Unsicherheit der deutschen Textil- und Bekleidungsunternehmen bezüglich der Situation im Ausland sei zudem die starke Zurückhaltung bei Auslandsinvestitionen. Nur rund 15 Prozent der Unternehmen planten derzeit Investitionen im Ausland.

Veränderungen im Kaufverhalten haben nach Ansicht des Verbandes zunehmend Auswirkungen auf die deutschen Bekleidungshersteller. „Die Frequenzen in den Innenstädten gehen zurück und es wird immer mehr Kleidung entsprechend der aktuellen Wetterlage und nicht wie früher der zu erwartenden gekauft“, sagte Holtgrave. Da die deutschen Bekleidungshersteller ihre Produkte vorwiegend über den stationären Einzelhandel vertrieben, führten leerere Fußgängerzonen und ein zu warmer Winter oder ein zu kalter Sommer, wie es beides im vergangenen Jahr gegeben habe, unmittelbar zu niedrigen Verkaufszahlen und hohen Lagerbeständen. Hinzu komme, dass der Bekleidungsmarkt insbesondere in Deutschland äußerst preissensibel sei. „Unsere Bekleidungsunternehmen produzieren hochwertige Kleidung, die auch hohe Standards in puncto Nachhaltigkeit erfüllt. Die daraus resultierenden Preise gegen die Konkurrenz der Billigstanbieter durchzusetzen, wird immer schwieriger“, so Holtgrave.

Holtgrave ist für 2015 dennoch insgesamt optimistisch. „Wir rechnen in der gesamten Branche mit einem Umsatzwachstum zwischen einem und zwei Prozent und einer stabilen Beschäftigungssituation“, sagte der Unternehmer. Probleme sehen die Unternehmer neben der unsicheren Situation auf den Auslandsmärkten und der geringen Konsumneigung vor allem in den hohen Energiekosten. „Die EEG-Umlage ist zwar nicht nennenswert gestiegen, aber sie ist immer noch viel zu hoch und ein echter Nachteil im internationalen Wettbewerb“, sagte Holtgrave.

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