BTE • NEWS

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1.) Kosten senken beim Warenbezug
Sonderkonditionen über EFG European Fashion Group

Wer als Modefachhändler Ware bei seinem Lieferanten bestellt und dann auch die anfallenden Transportkosten zahlt, sollte üblicherweise auch den Transporteur wählen dürfen. Einige – vor allem marktstarke – Industriepartner legen allerdings in ihren AGB den Paketdienstleister oder Hängeversender fest, so dass der Händler darauf keinen Einfluss nehmen kann. Dies kann durchaus von Vorteil sein, falls der Lieferant gute Konditionen mit seinem Transporteur ausgehandelt hat und diese dann auch an den Modehändler weitergibt.

Nach Beobachtungen des BTE ist dies jedoch oft nicht der Fall. Der Modehändler sollte in dieser Situation das Gespräch mit seinen Lieferanten suchen und über günstigere Versandkonditionen verhandeln. Tatsächlich schaffen es etliche Handelsunternehmen dann, den eigenen Transporteur zu beauftragen. Jedes Handelsunternehmen sollte vor diesem Hintergrund seine Lieferantenrechnungen kritisch durchsehen und prüfen, ob die Transportkosten marktgerecht sind.

Besonders lohnt sich diese Prüfung für Mitglieder der beim BTE angesiedelten European Fashion Group (EFG), in der aktuell ca. 650 Einzelhandelsunternehmen mit etwa 1.300 Geschäften organisiert sind. Denn EFG-Mitglieder erhalten attraktive Sonderkonditionen im Hängeversand, Paketdienst und Stückgutverkehr, die zum Teil weit unter den Listenpreisen liegen: So werden bei normalem Paketaufkommen alle Pakete bis 31,5 kg gewichtsunabhängig für 3,19 EUR zzgl. Mautgebühr befördert, und zwar vom Lieferanten an den Einzelhändler wie auch bei Bedarf vom Einzelhändler zum Endkunden.

Auf diesem Weg hat z.B. ein mittelständisches Herrenbekleidungsgeschäft nach entsprechenden Lieferantengesprächen und Umstellung auf die EFG-Konditionen pro Monat mehr als 100 EUR beim Warenbezug eingespart! Angesichts solcher Einsparmöglichkeiten hat sich die EFG-Jahresgebühr von 139 EUR unmittelbar amortisiert.

Hinweis: Neben den Sonderkonditionen beim Warenbezug hat die EFG rund 50 Rahmenverträge mit Anbietern von Produkten und Dienstleistungen abgeschlossen – von Kreditkarten-Disagios und EDV-Warenwirtschaft über Beleuchtung und Ladenbau bis zu Auto-Leasing, Versicherungen, Energiebezug und Zentralregulierung. Saisonale Order-Empfehlungen des DMI sowie regelmäßige Rundschreiben versorgen die EFG-Mitglieder mit marktrelevanten Informationen. Kontakt: EFG-Geschäftsstelle, Frau Bausch/Frau Fonrobert, Tel. 0221/921509-43/12, E-Mail: efg@bte.de oder im Internet unter

www.efg-info.de.

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2.) Keine nachträgliche Skontoreduzierung!

In den letzten Wochen sind mehrere Lieferanten im modischen Bereich damit aufgefallen, dass sie auf einmal nachträglich per Brief die Skontosätze zulasten der Einzelhändler ändern wollten. Und das, obwohl die Orders bereits bindend erteilt und bestätigt waren.

Derartige Geschäftspraktiken muss sich niemand gefallen lassen! Zwar kann jeder Verkäufer seine Skontosätze frei festlegen, jedoch immer nur mit Wirkung für zukünftig abzuschließende Kaufverträge. Rückwirkende Veränderungen sind nur möglich, wenn der Handel dies akzeptiert!

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3.) Umtauschregelungen noch zeitgemäß?

Wachsender Online-Sektor setzt Maßstäbe bei den Kunden

Der Vormarsch des E-Commerce beeinflusst zunehmend auch die Praxis des Kulanzumtauschs im stationären Modefachhandel. Schließlich schreibt das Fernabsatzgesetz vor, dass jeder Online- bzw. Versandhandelskunde die bestellte Ware ohne Angabe von Gründen binnen zwei Wochen zurücksenden darf – bei den allermeisten Anbietern sogar kostenfrei. Dies trifft nach BTE-Schätzungen immerhin für Käufe mit einem Marktanteil von rund 18 Prozent vom gesamten Textilumsatz zu.

Doch das ist noch nicht alles. Vor allem die großen vertikalen Ketten gewähren schon seit längeren Jahren den weitgehend bedingungslosen Kulanzumtausch auch in ihren Stores. Nicht selten beträgt die Umtauschfrist sogar vier bis sechs Wochen. Und selbst bei Preisreduzierungen in der Phase zwischen Kauf und Umtausch wird dann der volle Kaufbetrag zurückerstattet.

Folge: Der Druck auf den stationären Fachhandel, vergleichbare Umtauschmöglichkeiten anzubieten, wird stärker. Für den Kunden ist es nicht nachvollziehbar, wenn höherwertige, beratungsorientierte Modegeschäfte den Umtausch verweigern, während vermeintliche „Massenanbieter“ in diesem Punkt großzügig agieren. Dass sich dahinter nachvollziehbare betriebswirtschaftliche Gründe verbergen, interessiert den Kunden nicht. Wer neben dem stationären Geschäft auch einen Online-Shop betreibt, wird ohnehin kaum umhin kommen, die Umtauschregeln anzugleichen, um den Laden-Kunden nicht zu benachteiligen und zu verärgern.

Das bedeutet: Jeder Modehändler sollte sich Gedanken machen, ob die von ihm praktizierte Umtauschregelung noch zeitgemäß ist. In diesem Zusammenhang einige BTE-Tipps:

 

  • In einem ersten Schritt könnte Stammkunden (mit Kundenkarte) ein großzügigeres Umtauschrecht eingeräumt werden. Das wäre evtl. auch ein Anlass, um die Kundendaten noch einmal rechtssicher zu erfassen, vor allem die E-Mail-Adresse.
  • Wer allen Kunden das Umtauschrecht einräumt, sollte dies von der Vorlage des Kassenbons abhängig machen.
  • Der Kulanzumtausch sollte klar auf ungetragene und unbeschädigte Waren begrenzt werden, um eindeutigen Missbrauch verhindern zu können.
  • Es sollte klar kommuniziert werden, ob immer der volle Kaufpreis zurückerstattet wird oder nur der evtl. reduzierte Preis zum Zeitpunkt der Rückgabe.
  • Wer kulant umtauscht, sollte dies auch offensiv gegenüber den (Stamm)Kunden kommunizieren, z.B. durch Infoblätter, Aufsteller und/oder Aufdruck auf dem Kassenbeleg und im Internet.

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 4.) Umfrage zu Inventurdifferenzen

Der BTE unterstützt wieder die aktuelle Jahresumfrage des EHI Retail Institute zu Inventurdifferenzen im Einzelhandel. Die fünf- bis zehnminütige Teilnahme ist kostenfrei, unverbindlich und anonym. An der Umfrage kann man sich noch bis zum 8. Mai im Internet unter dem link www.ehi.org/id2015 beteiligen. Alternativ zur Online-Befragung kann dort auch ein pdf-Formular ausgefüllt werden, was die Speicherung der eigenen Angaben zum späteren Vergleich erlaubt.

Hinweis: Ein Auszug aus den Ergebnissen wird im Anschluss vom BTE veröffentlicht.

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BTE Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels
BDSE Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels
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